Kreisbereitschaftsleitung

DRK KV Rems-Murr e.V.

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Rotes Kreuz im Einsatz in Winnenden

Am Tag des Attentats auf Schüler und Lehrer am 11. März waren die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes binnen Minuten vor Ort. Zum Rettungsdienst kamen über 60 ehrenamtliche Helfer hinzu, um im Laufe des Tages die Sanitäts- und Betreuungsdienste zu übernehmen.
Bereits in den Mittagsstunden begannen DRK-Helfer, psychische Soforthilfe beim Bewältigen der zuerst noch ungewissen Situation der Eltern und der evakuierten Kinder zu leisten. Besonders schwer war die Aufgabe, gemeinsam mit Kriminalbeamten und Notfallseelsorgern den Angehörigen der Opfer die Todesnachricht zu überbringen.



In den ersten Gesprächen stand vor allem das Zuhören im Mittelpunkt. Der Schock und die Ratlosigkeit war allgegenwärtig. Nach einigen Tagen begann die Trauerarbeit, die Menschen erzählten, was sie bewegte. Zumeist waren es Zweierteams, die sich in Gesprächen um die ratsuchenden Menschen kümmerten.

Auch in den folgenden Tagen war der Zuspruch groß in der Herrmann-Schwab-Halle in Winnenden, der Anlaufstelle für alle, die seit dem 11. März Rat und Gespräche suchten. Besonders n den ersten Tagen war die Halle bis abends gefüllt, vor allem mit jungen Menschen. Auch Eltern und Lehrkräfte suchten Beistand. Präsent waren die DRK-Einsatz- kräfte auch bei den vielen Gottesdiensten: sie leisteten dort Erste Hilfe und psychosoziale Unterstützung. Darüber hinaus versorgten die Ehrenamtlichen aus dem Kreisverband Rems-Murr die Ratsuchenden und Ratgebenden sowie die  Einsatzkräfte von DRK und Polizei in der Herrmann-Schwab-Halle mit Essen und Trinken.


Annette Kull, Koordinatorin
der Notfallnachsorgeteams


Nach und nach wurden die im Einsatz befindlichen DRK-Kräfte ausgetauscht. In der ersten Woche waren Kräfte aus den Kreisverbänden Böblingen, Esslingen, Heilbronn, Ludwigsburg, Nürtingen, Pforzheim, dem Rems-Murr-Kreis, Schwäbisch Gmünd und Stuttgart im Einsatz. Angebote zur Unterstützung der Kräfte des Notfallnachsorgedienstes und der Notfallseelsorge kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Im Laufe der Zeit lösten abgeordnete Schulpsychologen nach und nach die Notfallnachsorgeteams des Roten Kreuzes in der Betreuung ab.


Die Herrmann-Schwab-Halle in Winnenden

Am Tag des Staatsaktes, am 21. März, waren es fast 500 ehrenamtliche DRK-Kräfte, die in und um Winnenden im Einsatz waren. Sie stellten die sanitätsdienstliche Versorgung sicher, sie leisteten wie auch in den Tagen zuvor psycho-soziale Betreuung für ratsuchende Menschen. Die Verpflegung der Einsatzkräfte musste ebenso erfolgen, wie die Logistik und die Technik funktionieren mussten.

(c) Text und Fotos: Udo Bangerter


Veröffentlicht am
14:28:43 23.03.2009