Kreisbereitschaftsleitung

DRK KV Rems-Murr e.V.

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Kreisweite Hochwasserlage im Rems-Murr-Kreis am 13./14. Januar 2011

Werte Kameradinnen, werte Kameraden,
Liebe Rot-Kreuz Helferinnen und Helfer,

 

für euren Einsatz beim Hochwasser im Rems-Murr Kreis bedanken wir uns recht herzlich. Ihr alle habt durch euer Engagement dazu beigetragen, diese unerwartete und somit unvorbereitete Situation so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Sowohl die Zusammenarbeit zwischen den Bereitschaften, als auch die Kooperation mit anderen Organisationen hat funktioniert.

 

Auch uns ist klar, dass dieser Einsatz nicht in allen Punkten völlig reibungslos verlaufen ist. Deshalb stellen wir euch das Geschehen einmal in Kürze dar, um Entscheidungen und Abläufe nachvollziehbar zu machen.

 

~ 11 Uhr: Bildung des Stabes in Backnang aufgrund der Hochwasserwarnung

..............: Einberufung der Kerngruppe des Stabs im Landratsamt

~ 13 Uhr: Einrichtung der DRK-Leitungsgruppe im Kreisverband Rems-Murr e.V.

 

In Backnang wurde auf Anforderung der Stadt Backnang zunächst eine Halle als Betreuungsstelle eröffnet, geplant war dort die potentielle Verpflegung
von ca. 50 Personen. In Folge der weiterhin angespannten Lage wurden die angeforderten Kapazitäten erhöht, es sollten zwei Hallen mit je 150 Plätzen eingerichtet werden, Reserven nach oben sollten eingeplant werden. Um die Kräftevorhaltung im eigenen Kreis nicht zu schwächen, wurde über die Oberleitstelle Baden-Württemberg Überlandhilfe aus Stuttgart angefordert. Von dort wurden nach Rücksprache mit der zuständigen Landesbereitschafts­leiterin vier Einsatzeinheiten alarmiert.


 

 

Da das Betreuungsangebot der Stadt Backnang in den Hallen bis Mitternacht nur von zwei Personen in Anspruch genommen wurde, wurde eine Halle geschlossen, die EEen aus Stuttgart wurden entlassen und die noch offene Halle an die Bereitschaft Backnang zur Betreuung übergeben.

 

Ca. 60 Asylbewerber, die am Vormittag aus ihrer Unterkunft evakuiert wurden, mussten mit trockener Kleidung aus dem Katastrophenschutzlager Kirchheim, mit Decken der EE1 RMK sowie Abends durch eine der EEen aus Stuttgart mit schweinefleischfreier, warmer Verpflegung versorgt werden. Kräfte der EE1 RMK sowie der DRK Bereitschaft Backnang versorgten die Personen
am Folgetag mit Frühstück und mit Unterstützung der Küche des Kranken­hauses Backnang mit Mittagessen.

 

Organisiert werden musste auch die Versorgung der Einsatzkräfte. Insgesamt wurden hierfür ca. 1.000 Beutel mit Kaltverpflegung gerichtet. Dies übernahmen Angestellte der Küche des ZFP in Winnenden mit Unterstützung der EE1 RMK, die bereits sehr frühzeitig über einen Voralarm in Einsatzbereitschaft versetzt wurde. Die Verpflegungsanforderungen der Einsatzkräfte im gesamten Kreis­gebiet wurden in der DRK-Leitungsgruppe aufgenommen und die Verteilung mit einem Fahrzeug der Bereitschaft Althütte sowie der EE1 RMK durchgeführt.

 

Während des eben beschriebenen Einsatzes stiegen auch die Pegel entlang der Rems teilweise dramatisch an, so dass die 2. EE RMK über Melder mit der Maßgabe „Einsatzbereitschaft herstellen“ alarmiert wurde, um die not­wendige Kräftevorhaltung sicherzustellen.

 

Glücklicherweise gelang es den Kräften der Feuerwehr, des THW sowie dem Betriebshof, Schorndorf weitgehend vor dem Hochwasser zu schützen. Auch in den weiteren Gemeinden entlang der Rems kam es nicht zu größeren Überflutungen. Als die Besserung der Lage absehbar war, wurde die Einsatz­bereitschaft der 2. EE RMK aufgelöst.

 

Ergänzend zum beschriebenen Einsatz waren noch viele Bereitschaften zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehren ohne direkten DRK-Auftrag im Einsatz. Da dies nicht zentral organisiert wurde, war es uns nicht möglich,
den Einsatz dieser Bereitschaften sinnvoll zu begleiten oder zu erfassen.

 

Als Fazit kann festgestellt werden, dass glücklicherweise nur 62 Betroffene und einige Verletzte betreut werden mussten. Dass es dadurch zu teilweise langen Leerlaufzeiten für die Helfer kam, ist nicht vermeidbar und kann bei Einsätzen dieser Größenordnung jederzeit wieder vorkommen. Keiner weiß zum Zeitpunkt der Alarmierung bzw. Bereitstellung, ob am Ende tatsächlich 60, 100 oder mehrere hundert Betroffene betreut werden müssen. Aus einsatztaktischen Gesichtspunkten ist es unerlässlich Reserven zu bilden
und schnell abrufbare Einsatzformationen bereitzustellen. Es ist Teil unserer Aufgaben als Rotes Kreuz für den Ernstfall vorbereitet zu sein, für den Fall, dass jemand unsere Hilfe benötigen. Falls dies dann doch nicht eintritt, können wir uns nur darüber freuen.


Im Einsatz waren insgesamt über 300 Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes aus drei Kreisverbänden. Unser besonderer Dank gilt den überörtlichen Helferinnen und Helfern aus den Kreisverbänden Nürtingen / Kirchheim/T. und Stuttgart, der Leitung der Unterstützungseinheit unseres Landesverbandes, den Kräften im Katastrophenschutzlager Kirchheim, die uns so kurzfristig und tatkräftig unterstützt haben sowie der Oberleitstelle Baden-Württemberg und der Landesbereitschaftsleitung für die hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung.

 

Abschließend möchten wir euch, den Einsatzkräften des Ehrenamtes im Rems-Murr-Kreis DANKE sagen, für euren unermüdlichen Einsatz, der für manche sogar die ganze Nacht gedauert hat. Ebenso DANKE den Mit­arbeitern unserer Geschäftsstelle und der integrierten Leitstelle für die tat­kräftige Unterstützung bzw. Zusammenarbeit. Wir hoffen und wünschen uns, dass wir weiterhin konstruktiv und zum Wohle der Betroffenen miteinander arbeiten können.

 

Über konstruktive Kritik, die dazu beiträgt dass wir uns alle bei diesen Gott sei Dank seltenen Großeinsätzen noch besser aufstellen können, freuen wir uns. Selbstverständlich auch über konstruktives Lob. :-)

 

Freundlich grüßt

im Namen des KBL-Teams

Martin Jungbauer

Kreisbereitschaftsleiter


Veröffentlicht am
00:58:49 25.01.2011