Kreisbereitschaftsleitung

DRK KV Rems-Murr e.V.

Schriftgrösse: A A A

Rundschreiben Nr. 2/21 - 03/11 (Seebeben und Tsunami Japan II)

Allgemeine Situation:
Das Ausmaß der Katastrophe ist gewaltig. Mit den fortschreitenden Such- und Rettungsmaßnahmen steigen die offiziellen Zahlen der Opfer und der Sachschäden stetig an.

Nach vorläufigen Zahlen vom 17. März sind 5.178 Menschen ums Leben gekommen und 8.913 werden noch vermisst. 5.687 Häuser wurden zerstört und 94.709 beschädigt. Die Zahl der obdachlos gewordenen oder evakuierten Menschen wird mit 388.663 angegeben.

Die Betroffenen und Helfer sind bedroht durch anhaltende, teils starke Nachbeben sowie die Gefahr, die möglicherweise von dem schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima I ausgeht. Einsetzende Schneefälle im Nordosten Japans erschweren die Lage der Betroffenen zusätzlich.

Die japanische Regierung hat angekündigt, innerhalb der nächsten zwei Wochen 600 Notunterkünfte aufbauen zu lassen. Weitere 4.200 Unterkünfte sollen innerhalb von 4 Wochen und weitere 30.000 in 2 Monaten zur Verfügung stehen.

Maßnamen des DRK:
Das DRK hat sowohl gegenüber der Internationalen Föderation (IFRC), als auch dem Japanischen Roten Kreuz alle verfügbaren Kapazitäten angeboten. Das DRK unterhält z. B. auch im regionalen Logistikzentrum der IFRC/Asienregion in Kuala Lumpur/ Malaysia eine entsprechende Vorhaltung und hat dort ggf. Zugriff auf bis zu 100.000 Decken, Hygienepakete und andere Hilfsmittel, die kurzfristig abgerufen werden können.

Nach den uns bisher vorliegenden Informationen sind derzeit alle erforderlichen Materialien für die Bewältigung der ggw. Phase in den Erdbeben- und Überschwemmungsgebieten in Japan vorhanden. Die Zuführung verzögert sich zur Zeit infolge logistischer Probleme (teilweise/örtlich beschränkte Treibstoffkapazitäten, verzögerte Heranführung aus anderen Landesteilen, zerstörte Straßen, Brücken und Häfen). Sollten sich Engpässe ergeben, oder sich die Lage infolge erforderlicher weiterer Evakuierungen zuspitzen, erfolgt vordergründig die Bereitstellung der benötigten Materialien aus der Region, bzw. den Nachbarstaaten. Das DRK würde sich für diesen Fall z.B. an der Finanzierung und logistischen Abwicklung beteiligen. Erst für den unwahrscheinlichen Fall, dass selbst das nicht mehr reicht, wird auf Ressourcen aus Europa zurückgegriffen.

Der deutsche Leiter der Regionaldelegation der IFRC, Martin Faller, war von Mittwoch bis Donnerstag abend mit einem internationalen Beraterteam in der Katastrophenregion. Das Team wird heute Bericht erstatten und Empfehlungen für das weitere Vorgehen aussprechen.

Suchdienst des IKRK:
Um den Kontakt zwischen den Menschen, die sich im Chaos verloren haben, wieder herzustellen, hat der Suchdienst des Roten Kreuzes eine Sonderwebseite eingerichtet. Über 4.000 Namen wurden bis gestern in der fünfsprachigen Datenbank www.familylinks.icrc.org eingetragen.

Hilfen des Japanischen Roten Kreuzes:
Das Japanische Rote Kreuz hat derzeit 134 Notfallteams mit über 800 Mitarbeitern im Einsatz. 59 Teams davon arbeiten direkt im Katastrophengebiet. Medizinische Teams und Rotkreuzkrankenhäuser versorgen Kranke und Verletzte. Zudem wird psychosoziale Hilfe geleistet, um Betroffene mit ihren Sorgen und Nöten zu betreuen.

In Kürze sollen weitere Feldkrankenhäuser errichtet, sowie mit mobilen medizinischen Teams die Bevölkerung der entlegenen Gebiete erreicht werden. Blutkonserven sind in ausreichendem Maße vorhanden. 91.030 Decken wurden bereits verteilt oder stehen den Betroffenen zur Verfügung. Das JRK hat zudem AnlaufsteIlen für Freiwillige Helfer sowohl in der Zentrale als auch in den Verbänden im Katastrophengebiet eingerichtet.

Aus Sicherheitsgründen operiert das Japanische Rote Kreuz nicht innerhalb der nuklearen Sperrzone mit einem derzeitigen Radius von 30 Kilometern um das Kraftwerk Fukushima I.

Spendenaufruf des Auswärtigen Amtes zugunsten des DRK:
Neben Bundespräsident Christian Wulff verweist auch das Auswärtige Amt in einem gestrigen Spendenappell darauf, dass die japanische Regierung zur Unterstützung des Japanischen Roten Kreuzes aufgerufen habe, das den Katastrophenopfern engagiert und in vielen Fällen lebensrettend helfe. Daher seien auch Spenden an das Deutsche Rote Kreuz, das seine japanische Schwesterorganisation bei ihrer Arbeit finanziell unterstütze, ein geeigneter Weg, den Menschen in Japan zu helfen.

Das Deutsche Rote Kreuz ruft zu Spenden auf, um den Hilfseinsatz des Japanischen Roten Kreuzes zu unterstützen:
Spendenkonto: 41 41 41
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 370 205 00
Stichwort: Tsunami 2011

Es wird in diesem Zusammenhang dringend darum gebeten von Sachspenden abzusehen.



Veröffentlicht am
21:37:32 20.03.2011