Kreisbereitschaftsleitung

DRK KV Rems-Murr e.V.

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Rundschreiben Nr. 2/21 - 02/11 (Seebeben und Tsunami Japan)

Allgemeine Situation:
Um 6.45 Uhr Mitteleuropäischer Zeit ereignete sich am Freitag, den 11. März vor der japanischen Küste ein massives Erdbeben der Stärke 9,0 auf der Richterskala. Das Erdbeben löste einen gewaltigen Tsunami aus, der die Küste der Hauptinsel Honshu überrollte. Am schlimmsten betroffen sind drei Präfekturen im Nordosten des Landes (Fukushima, Iwate, Miyagi) auf einer Küstenlänge von 600 Kilometern.
Die Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften nennt am Sonntag, den 13. März unter Hinweis auf japanische Quellen folgende Zahlen: 1046 Tote, 1107 Vermisste. mehr als 1000 Verletzte, rund 1.800 zerstörte Häuser allein in der Stadt Minamisoma in der Präfektur Fukushima. Insgesamt ist in den nächsten Tagen von einer deutlichen Zunahme der Todesfallzahlen auszugehen. Die Stadt Rikuzentakata (23.000 Einwohner) in der Präfektur Iwate ist ebenfalls stark zerstört. In anderen Städten dauern die Erhebungen noch an. Etwa 300.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen bzw. wurden evakuiert, ca. 60.000 bis 70.000
von ihnen konnten in den 200 Notunterkünften in Sendai, der Hauptstadt der Präfektur Miyagi, unterkommen. Im Umkreis von 20 Kilometern um das beschädigte Atomkraftwerk wurden alle Einwohner evakuiert.

Der japanische Katastrophenschutz gilt als einer der besten weltweit. Durch ein umfangreiches Katastrophenmanagement und angepasste Vorsorgemaßnahmen konnten in dem von Naturkatastrophen stark betroffenen Land in der Vergangenheit schon viele Menschenleben gerettet werden.

Hilfen des Japanischen Roten Kreuzes:
Das Japanische Rote Kreuz arbeitet vor allem im Katastrophenschutz eng mit den staatlichen Behörden zusammen. Die Organisation wurde im Mai 1877 gegründet und zählt zu den stärksten der weltweit 186 Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. Die Zentrale der Hilfsorganisation in Tokio unterstützt die Arbeit der 47 PräfekturVerbände und diese wiederum koordinieren die Arbeit der Kreis- und Ortsverbände, die über das ganze Land verteilt sind. Insgesamt hat das Japanische Rote Kreuz mehr als 55.000 hauptberufliche Mitarbeiter, 11,7 Mio. registrierte Mitglieder und über 2 Millionen aktive freiwillige Helfer, die in 2.327 sogenannten Freiwilligenkorps arbeiten. Zu den Schwerpunktaufgaben der Hilfsorganisation gehören medizinische Dienste, Blutspende, Schwesternausbildung und Sozialarbeit sowie das Katastrophenmanagement. Im Rahmen der aktuellen Katastrophe übernahm das Japanische Rote Kreuz vor allem die Verteilung von Hilfsgütern und die medizinische Erstversorgung der betroffenen Bevölkerung. Insgesamt verfügt das Japanische Rote Kreuz über 488 Notfallteams mit ca. 7.000 medizinischen Fachkräften, davon sind zurzeit 93 Teams mit 735 Mitarbeitern im Einsatz, die regelmäßig durch frische Teams ausgetauscht werden. Sie bergen Verschüttete, versorgen Verletzte. Die Rotkreuzhelfer Japans haben bereits 36.000 Decken verteilt, weitere 29.190 werde gerade zugeführt. Sie betreuen Evakuierte in Notlagern und Sammelstellen. Allein in der besonders verwüsteten Hafenstadt Sendai sind es 200 Notunterkünfte, in denen Betroffene Schlafplätze, Verpflegung und psycho-soziale Betreuung erhalten. Wie der Nuklearunfall am Atomkraftwerk Fukushima die Situation verändern wird, ist noch unklar. 31 der 47 Verbände des Japanischen Roten Kreuzes verfügen über Spezialausrüstung für den nuklearen Notfall. Ein medizinisches Team zur Versorgung von Strahlenopfern ist in Nagasaki in Bereitschaft.

Maßnahmen der Föderation:
Ein High-Level Liaison Team der Föderation aus Mitgliedern verschiedener Nationaler Gesellschaften aus der ganzen Welt wird derzeit in Tokio zusammengestellt. Das Team wird von Mittwoch bis Freitag in die betroffenen Gebiete reisen, um sich in dieser Woche einen Überblick zu verschaffen und danach Empfehlungen aussprechen. Suchdienst des IKRK: Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat als Reaktion auf das verheerende
Erdbeben in Japan seine Suchdienst-Webseite "Family Links" geschaltet. Angehörige, die Personen in Japan aufgrund des Erdbebens vermissen, können sich auf der IKRK-Website eintragen, ebenso Menschen in Japan, die ihre Familien weltweit über ihren Aufenthaltsort informieren möchten.
http://www.familylinks.icrc.orglWeb/doc/siterfIO.nsf/htmlalI/familylinks-japon-eng

Reaktion des DRK:
Das Generalsekretariat war bereits innerhalb weniger Stunden nach dem Erdbeben in Kontakt mit dem Japanischen Roten Kreuz und hat Unterstützung angeboten. Das Japanische Rote Kreuz verfügt derzeit über ausreichend personelle und materielle Ressourcen, um den Bedarf für die Nothilfephase zu decken. Spenden sollen nach derzeitigem Stand für den Wiederaufbau verwendet werden.
Das DRK beobachtet die weitere Entwicklung in Japan intensiv.

Das Deutsche Rote Kreuz ruft zu Spenden auf, um den Hilfseinsatz des Japanischen Roten Kreuzes zu unterstützen:
Spendenkonto: 41 41 41
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 370 205 00
Stichwort: Tsunami 2011

Es wird in diesem Zusammenhang dringend darum gebeten von Sachspenden abzusehen.



Veröffentlicht am
22:21:09 14.03.2011